Kritiken

Knubbens Winterreise ist für Stuttgarter Zeitung sehr anregend (17. Januar 2012)

Für die Stuttgarter Zeitung ist »Hölderlin. Eine Winterreise« von Thomas Knubben überaus anregend: »Knubbens Winterreise macht große Lust darauf, selbst loszugehen und sich eine Hölderlin-Ausgabe in den Rucksack zu packen«. Überzeugt hat Rezensentin Barbara Schäfer ganz besonders: »Mit detektivischem Eifer recherchiert Knubben, und enthüllt nebenbei ›die wirkliche Tragik in Hölderlins Leben‹: Es wäre genügend Geld da gewesen, um sorgenfrei als Schriftsteller zu existieren, aber die pietistische Mutter rückt das Erbe nur Gulden für Gulden heraus. Und er korrigiert das Bild vom zerbrechlichen Dichter. Hölderlin war mit 1,80 Meter Körpergröße ein stattlicher Kerl. (...) Dynamik bekommt das Buch durch die Balance zwischen literarisch-wissenschaftlichem Schreiben mit Recherche und Hintergund und den lakonischen Wanderpassagen.«

In 53 Tagen hin, in acht Stunden zurück

SWR 2: Musik und Literatur am 14.01.2012

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Literaturblatt: Interview mit Thomas Knubben über "Hölderlin. Eine Winterreise"
"Hat sich auf dieser Reise Ihr Hölderlinbild verändert?"
Thomas Knubben: "Ja, vor allem hat sich für mich gezeigt, dass viele oder einige Bilder, die von Hölderlin ...
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Wanderer - Phantasie
Thomas Knubben begibt sich auf Hölderlins Spuren nach Bordeaux
Neue Zürcher Zeitung (8. Dezember 2011)
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SWR 2 Journal
SWR 2 Journal

"Eine Winterreise": Tobias Ignée im Gespräch mit dem Ravensburger Autor Thomas Knubben, der den Spuren Hölderlin gewandert ist. SWR2 Journal am Abend vom 08.10.2011. (7:26 min) jetzt hier anhören: http://bit.ly/oOGOWg

Winterreise: Gehen heißt immer auch denken

Schwäbische Zeitung Ausgabe Ravensburg/Weingarten 27.10.11: Thomas Knubben stellte sein Buch bei RavensBuch vor

 

Von Wolfram Frommlet

 

RAVENSBURG – Schon die ersten dreißig Minuten ein intellektueller Genuss. Der Schriftsteller Peter Renz stellt dem Autor Thomas Knubben Fragen zu seinem verblüffenden Experiment, 1470 Kilometer, im Winter, von Nürtingen bis Bordeaux Hölderlins Winterreise nachzulaufen und etwas zu begreifen. Was? Renz hat, was selten ist bei dieser Art Gespräche, nicht nur das Buch sorgfältig gelesen, sondern sich solide mit der Hölderlin-Forschung befasst.

Und Knubben antwortet, was ebenso selten ist, präzise auf die Fragen, lässt an seiner enormen Quellenkenntnis das Publikum ohne akademische Blasiertheit teilhaben. An einem „Projekt“, das schon vor dreißig Jahren keimte, als er als Germanist ein Stipendium für Bordeaux bekam – und mit was hätte er besser ankommen können als Germanist aus Tübingen, als mit Hölderlin, der dort 1802 bei dem deutschen Konsul Meyer sich als Hauslehrer verdingte.

Nicht eine zentrale, sondern viele Fragen nahm Knubben mit auf die achtwöchige Wanderung. Hölderlin, das findet sich in vielen Briefen, war ein täglicher Geher, er dichtete sogar in Gehen. Die Metren, die Rhythmen seiner Dichtung, sagt Knubben, haben die Bewegung des Gehens in sich.

Konnte er diese gewaltige Distanz in der überlieferten Zeit bewältigt haben, oder ist er doch, wie ein Forscher spekulierte, mit der Postkutsche gefahren? Flüsse, Natur prägen seine Verse – was hat er gesehen, kommt man ihm näher über die eigene physische Winterreise? Und: würde er dem Geheimnis näher kommen durch Archiv-suche vor Ort, warum er Bordeaux Hals über Kopf verlassen, verwirrt, kaum wieder erkennbar, in Tübingen ankam? Ob er doch vom plötzlichen Tod seiner „Diotima“, seiner großen Liebe Susette Gontard erfahren hatte?

Eines sollten Wanderung und Buch nicht werden – eine dieser unsäglichen Innenansichten nach Art der Pilger-, Glaubens- und Sexualbekenntnisse.

Ist es aber, höchst vergnüglich und sehr dezent, wie man dann vom vorlesenden Autor erfahren durfte, doch geworden, weil man nicht 1470 Kilometer im Winter alleine laufen kann, ohne Körper und Kopf aufs Intimste kennen zu lernen. Wundervolle Sätze sind daraus entstanden: „Gehen heißt also immer auch denken. Spaziergänge sind Gedankengänge. Kein Mensch läuft sinnlos in der Gegend herum, es sei denn, erwird dazu gezwungen, dann wird der Sinn durch andere bestimmt. Ziele sind beliebig. Sie sind nur Metaphern, Vehikel für andere, unausgesprochene Ziele. Jeder, der aufbricht, will etwas verändern. Jeder, der aufbricht, will irgendwo ankommen, am liebsten bei sich selbst. Das war auch bei Hölderlin nicht anders.“

Wir bekommen durch Knubbens Buch nicht nur ein anderes Hölderlin-Bild. Nicht der gottgleiche Jüngling, nicht der arme Poet, sondern der von einer pietistisch-protestantischen Mutter arm gehaltene, ein betörender Liebhaber, der gesellschaftliche Grenzen mit seiner verheirateten Susette bis ans Existentielle durchbrach. Wir hören auch faszinierend Neues über Hölderlins Zeitgenossen, über deutsche und französische Politik, über die damalige Kulturszene. Und dies in einer fein dosierten Mischung aus Erzählton, kulturellem Essay und wissenschaftlichen Quellenfunden.

 

Thomas Knubben. Hölderlin. Eine Winterreise. Klöpfer & Meyer, 255 Seiten, 19,90 Euro 


Südkurier: "Auf den Spuren Hölderlins"
Ravensburg, den 20.10.2011
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Spaziergänge sind Gedankengänge

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Weitere Kritiken

WDR 3 - Buchrezension: PODCAST vom 22. August 2011

 

"Als notorischer Kopfwanderer beneide ich Thomas Knubben um seine realen Erfahrungen auf den Gang nach Bordeaux. Er ist Hölderlin auf der Spur - so, wie ich mirs denke: Man kann die Sprache Hölderlins nur im Gehen begreifen."

Peter Härtling

 

"Thomas Knubben ist ein Verführer. Mit suggestiver Kraft zieht er uns in den Bannkreis Hölderlins, so dass wir glauben, mit den Augen des Dichters sehen, mit seiner Seele empfinden zu können."
Beatrice Eichmann-Leutenegger, Bern, Schweiz


"Es war mir ein großes Vergnügen, mit Ihnen und Hölderlin nach Bordeaux zu reisen. Im Gegensatz zu Ihnen war ich in der überaus glücklichen Lage, diese Unternehmung sommers im Gartenstuhl und an einem Tag von Anfang bis Ende zu genießen, ganz ohne schmerzende Glieder und dergleichen ... Ich werde das Buch - seit 40 Jahren unterhalte ich eine Buchhandlung - meinen Kunden mit großem Eifer empfehlen."
Helmut Müller, Trossingen

 

"Herzlichen Glückwunsch zu dem wunderbaren Buch und zum gelingen Ihrer Winterwanderung. Auf das Buch bin ich durch eine Sendung und das Interview im WDR 3 Radio aufmerksam gemacht worden. Zum Glück gibt es noch diese Kultursender und nicht nur Quassel- und Dudelradio bzw. Fernsehen. Ich habe das Buch mit großem Genuss und Gewinn gelesen und hoffe, dass es den großen Dichter wieder etwas bekannter  macht."

Manfred Preiseler, Alfter

 

"Ihr Hölderlin-Buch habe ich mit größtem Genuß gelesen. Lehrreich, spannend, unterhaltsam. Hat mir von vorne bis hinten sehr gut gefallen. Ein Super-Buch!"
Manfred Grabs, Lübbecke

 

"Begeistert lesend, habe ich Sie auf Ihrer Winterreise begleitet. Sie schildern facettenreich Ihre und Hölderlins physische und psychische Zustände. Dadurch haben Sie mir nicht nur die Landschaft, sondern auch Hölderlin näher gebracht."

Ursula Gast, Heidelberg

 

"Wer Hölderlin nicht nur lesen, sondern erleben will, der sollte dieses Buch lesen.
So fein- und tiefsinnig, über den Horizont der alltäglichen Enge hinaus,
kann nur jemand schreiben, der im Herzen bewundert und neugierig ist,
der aus einem tiefen Brunnen von Wissen und Geist schöpft.
Ein wundervolles Lese-Erlebnis."

Hermine Haller, Stuttgart